09. 10. 2008

The Dark Knight

Abgelegt als: Gesetze, Kriminalität, Zivilgesellschaft - freiburgerthesen @ 10:09

Ich war schon als Kind kein großer Comic-Fan, insbesondere von Superhelden-Geschichten; diese Stories reizten mich einfach nicht, weil sie meist außer Action und schrill-buntem Durcheinander nicht viel zu bieten hatten. Ein großer Fan von Hollywood-Filmen bin ich aber, und als solchem kamen mir in den letzten Jahren schon einige Comic-Verfilmungen unter. Diese haben meine Meinung über das Superhelden-Genre ein wenig verbessert. Moralische und ethische Fragen, schwierige Entscheidungen spielten hier teilweise eine Rolle, und Freunde, die bereits als Kinder die Comics gelesen hatten, versicherten mir, dass eifrige Leser auch in den Originalen oft genug über solche Glanzstellen stolperten. Trotzdem habe ich nicht mehr angefangen, Bildergeschichten zu lesen… ;)

Einen oder zwei der "alten" Batman-Filme hatte ich mir angesehen. Ich kann mich noch erinnern, dass mir einer so halbwegs gefiel, weil er eine düstere Atmosphäre zu schaffen verstand, der andere hingegen das pure Grauen in einer knallbunten Comic-Optik war, sodass ich eigentlich nie wieder einen dieser Filme sehen wollte. Trotzdem landete ich irgendwie in "Batman Begins". Und weil mir dieser Film gefiel - wieder sehr düster, mit einer echten Handlung und gelegentlich sogar zum Mitdenken anregend - ließ ich mich auch dazu überreden, mir gestern Abend "The Dark Knight" im Kino anzusehen. Schlicht gesagt: Ich war begeistert.

(Achtung: Mit "Spoilern"!)

Sicher, TDK ist kein intellektueller Film. Er ist und bleibt Popcorn-Kino, bei dem vor allem die Action im Vordergrund steht und das auch für jene interessant sein soll, die lieber ihr Gehirn an der Kinokasse abgeben (oder gleich zuhause lassen). Doch wenn man aufmerksam die Geschichte verfolgt, besonders die Dialoge mit dem Joker (echt schade um Heath Ledger), dann entdeckt man doch viel mehr, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Die wichtigste Frage, die der Film an den Zuschauer stellt (und ihm eigentlich nicht vollständig beantwortet), ist eine, mit der sich viele von uns im Geschichtsunterricht bereits beschäftigt haben:

Was und wieviel davon ist nötig, um die Fassade der Moral und Zivilisation von einem Menschen abzukratzen und darunter das nackte Grauen aus Wahnsinn und Gewalt zum Vorschein zu bringen?

Batman ist bei der Entwicklung dieser Frage im Film eigentlich mehr ein Zuschauer wie wir selbst. Die Antipoden sind vielmehr der junge, gutaussehende, von der Gerechtigkeit beseelte Staatsanwalt Harvey Dent einerseits und der Joker, ein absolut moralfreier, wunderbar irrer und doch noch nachvollziehbarer, anarchistischer Terrorist. Faszinierend ist daran, zuzusehen, wie es dem Joker gelingt, den von seinen Mitmenschen völlig überhöhten Dent, der am Ende doch nur ein schwacher und fehlbarer Mensch ist, nach und nach in den Wahnsinn zu stürzen und schließlich als "Two-Face" zu einer Orgie von Haß und Gewalt zu führen. Auch sehr gelungen ist hier die Tatsache, dass beide "Gesichter" schon zuvor in ihm angelegt waren - bereits in vorhergehenden Szenen, in denen Dent sehr unter Druck gerät, zeigt er die Möglichkeit, sich von seinem moralischen Weg abzuwenden, mehrmals auf.

Besonders gut gefiel mir aber eine Szene mit zwei Fähren, die mit beschädigten Motoren und gefüllt mit Sprengstoff mitten auf dem Fluss sitzen. In einer sitzen die Insassen der örtlichen Haftanstalt, in der anderen scheinbar biedere, zunächst freundlich erscheinende Bürger, die nur schon ein wenig in Panik sind. Joker teilt ihnen mit, dass an Bord jedes Schiffes der Zünder für den Sprengstoff an Bord des anderen Schiffes liegt - und er beide Schiffe sprengen werde, wenn nicht binnen einer Stunde eines der beiden Schiffe explodiere. Er lässt ihnen also die Wahl, zu Massenmördern zu werden, um das eigene Leben zu retten. Ein "interessantes soziologisches Experiment", meint der Joker - und bei aller Amoralität ist es das durchaus.

Im Verlaufe der Szene schnappt sich einer der Kriminellen den Zünder und wirft ihn über Bord - während auf dem anderen Schiff der Wortführer der "guten Bürger" zunächst eine Abstimmung durchsetzt, bei der sich etwa 75% dafür entscheiden, das Kriminellenschiff zu sprengen. Dann aber ist der Mann nicht in der Lage, persönlich die Zündung durchzuführen, und setzt sich erschlafft wieder hin, um auf das Ende zu warten.

Diese eine Szene enthält gleich vier interessante Botschaften:

1. Auch unter denen, die einen kriminellen und verderbten Lebensweg eingeschlagen haben, existiert noch ein guter Funke klassischer Moral, und selbst ein übler Verbrecher und Mörder kann uns noch positiv überraschen.

2. Auch bei jenen, die mit einem hohen moralischen Anspruch durchs Leben laufen, braucht es oft nur eine lebensbedrohende Situation, um zu reißenden Bestien zu werden, denen das eigene Dasein erheblich wichtiger ist als jede Moral.

3. Wenn es zu einer solchen Situation kommt, ist der Unterschied zwischen jenen Menschen, die wir als "gut" und jenen, die wir als "böse" eingestuft hätten, oft erstaunlich gering.

4. Es ist erheblich leichter, innerhalb eines demokratischen Prozesses sein Kreuzchen bei "lasst uns einen Massenmord begehen" zu machen, als es tatsächlich selbst und mit eigener Hand zu tun.

Und diese Szene ist zwar klar die beste, aber nicht die einzige gute Szene im Film. Sicher, sie behandelt Fragen, mit denen wir Hobby-Moralphilosophen hier in der Blogosphäre und der politischen Subkultur uns immer wieder beschäftigen. Der ganze Film enthält für mich kaum etwas Überraschendes. Was aber schön ist, ist, dass sich ein Popcorn-Film überhaupt solchen Fragestellungen annähert und diese einem breiten Publikum unter die Nase hält. Allein dafür kann ich "The Dark Knight" nur loben.

05. 10. 2008

Spannende Frage

Abgelegt als: Wirtschaft, Kriminalität - freiburgerthesen @ 22:59

Christian Söder fragt:

Bei der FAZ ist zu lesen, dass eine Pleite der Hypo Real Estate den Staat weitaus teurer käme als eine Rettung. Was ich mich nun frage: warum wurde zugelassen, dass ein Institut so groß wird, dass es einfach nicht fallen darf? 

18. 09. 2008

Beleidigungen

Abgelegt als: Ausland, Liberalismus, Kriminalität, Zivilgesellschaft - freiburgerthesen @ 23:30

Über Christan Soeder bin ich auf den beck-blog gekommen, einen Blog von Experten für Rechtsfragen. Und dort auf eine Reihe verschiedenster Beiträge zur Frage der Beleidigung von Polizeibeamten, von dort weiter zu diversen Fragen der Beleidigung und ihrer rechtlichen Würdigung. Mit der Erkenntnis, dass die Frage der Beleidigung in Deutschland eigentlich nicht zu klären ist und man sich auf sein Glück verlassen muss ("Vor Gericht und auf hoher See…").

Manchmal fragt man sich, ob da die amerikanischen Standards nicht besser wären. Da wird man vielleicht öfter ungestraft beleidigt, aber man kann auch mehr frei Schnauze reden…

02. 09. 2008

Eben doch Sklaverei

Abgelegt als: Uncategorized, Soziales, Gesetze, Kriminalität - freiburgerthesen @ 10:10

Wenn man so liest, was manche Leute so verzapfen, dann will man ihnen an die Gurgel gehen.

Da besitzt ein Arbeitsamtschef die korrupte Frechheit, sich nicht nur kostenlose Arbeitskräfte für das im Nebenberuf geleitete Altenheim zu beschaffen, sondern auch noch vom Staat dafür zu kassieren (weil diejenigen, die Arbeitsgelegenheiten anbieten, ja für die angeblich notwendige Bürokratie entschädigt werden). Er betrügt also in einem Rundumschlag seine Arbeitnehmer (denn Arbeitslose waren sie ja eigentlich nicht mehr) und den Staat.

Und sein Anwalt erdreistet sich wirklich, nicht nur zu behaupten, nach den Maßstäben, die nun an den Herrn angelegt würden, müsste man alle ARGE-Leiter anklagen (wirklich? Vermitteln die alle Arbeitskräfte an sich selbst und lassen sich dafür dann noch bezahlen?), sondern auch noch in schönster Herrenmenschenart zu behaupten, man müsse so vorgehen, um den Arbeitslosen "Pünktlichkeit und Verlässlichkeit" beizubringen und sie richtig zu qualifizieren. Genau, Erziehung durch Arbeit, knöpft es euch vor, das verlotterte Pack. Denn, wie der Herr Anwalt auch weiß, "den Berufsstand des Diplomspaziergängers, Laubfegers und Rollstuhlschiebers gibt es nun mal nicht".

Nun ist dies natürlich ein besonders krasser Fall. Aber dass der Missbrauch bei den Arbeitsgelegenheiten ein weitgehender ist und kaum ein Projekt so funktioniert, wie sich das die Herren Hartz und Clement ausgedacht haben, kann wohl kaum bestritten werden.

01. 09. 2008

Versehentlich

Abgelegt als: Ausland, Kriminalität - freiburgerthesen @ 16:20

Und nicht genug der seltsamen Nachrichten aus Russland: Dort werden von der Polizei doch tatsächlich "versehentlich" Oppositionelle erschossen und dann aus dem Auto geworfen. Die kopfschüttelnde Überraschung, die Boche von nebenan zeigt, kann man da nur teilen. Oder aber auch wieder nicht: Wenn man sich nach Außen sowieso gerade unbeliebt macht, weil man endlich wieder knallharte Gewalt als Mittel der Politik zeigt, dann kann man auch nach innen immer unverschämter werden. Wenn der Westen jetzt meckert, merkt’s ja eh keiner.

12. 08. 2008

Serien, die begeistern

Abgelegt als: Medien, Gesetze, Kriminalität - freiburgerthesen @ 23:15

Es muss das "liberale Gen" sein. Auf jeden Fall habe auch ich in den letzten Wochen Dr. House zu schätzen gelernt (eine Season Box für das, was ich verpasst habe, half). Aber um den soll es heute gar nicht gehen, denn die heutige Folge war sehr schwach - es ging mehr um die medizinischen Details als, wie sonst, um die Personen. Danach kommt Monk, den ich sehr lustig finde, aber auch der ist nicht mein Thema.

Nein, ich möchte die letzte Serie in der Reihe großartiger amerikanischer TV-Kultur loben: Law & Order. Wo normale Krimis aufhören, nämlich bei der Verhaftung der Täter, da fängt diese Serie eigentlich erst an: Bei der Gerichtsverhandlung und den Mühen, die die Staatsanwaltschaft dabei hat, die gesammelten Beweise auch zu einer Verurteilung zu bringen. Das wäre sehr schnell langweilig, wäre Law & Order nicht auch eine Serie, die sich immer wieder aktuellen politischen sowie moralischen Fragen widmet.

Dass es der Serie dabei gelingt, sich politisch nicht zu positionieren, muss man besonder hervorheben. Konservative Politiker als Heuchler und Zyniker darzustellen, die nur von Werten reden, aber insgeheim nur Machiavellismus zu betreiben, ist relativ leicht, und auch das kommt bei L&O immer wieder vor. Aber auch die "Liberals", die Linksliberalen, bekommen ihr Fett weg - so, wie in der heutigen Folge. Der "Bösewicht" war der Berater eines liberalen Kongressabgeordneten, auch der Abgeordnete selber steckte in dem Sumpf mit drin. Ein exzellentes Beispiel für die Verdorbenheit jedes politischen Systems.

Und vor allem gefiel mir der letzte Spruch des Oberstaatsanwaltes, gespielt von einem (völlig chancenlosen, auch das ist "very American") Präsidentschaftskandidaten für die diesjährige Wahl: "Demokratie ist die schlechteste Staatsform. Abgesehen von allen anderen". Nur ein Zitat, aber das richtige Ende für eine typische Folge dieser hervorragenden Serie. Der deutsche Abklatsch enttäuscht dagegen jede Woche wieder (nehme ich an, mehr als 10 Folgen konnte ich mir in all den Jahren nicht antun).

11. 08. 2008

Nur ein Penner? Oder die falschen Täter?

Schon vorgestern habe ich den gut geschriebenen und auch recherchierten Artikel von elfkingsdaughter (netzklatsch) zum Tod des Düsseldorfers Hans-Joachim Will empfohlen, der sich mit dem ungewöhnlichen Leben des Opfers beschäftigt. Jetzt wurde diesem Artikel noch ein Update hinzugefügt - es behandelt die neuen Fakten des mittlerweile wohl aufgeklärten Falles. Was die Autorin allerdings wundert, ist der geringe Widerhall, den ein solch brutaler Mord in der nationalen Presse ausgelöst hat. Sogar bei der Lokalpresse ist er mittlerweile in den hinteren Teil verschwunden, und regional kam er über einige kurze Erwähnungen nicht hinaus. O-Ton des Blogeintrags:

In Muenchen (der Fall der "U-Bahn-Schläger", Anm. FT) hatten zwei junge Maenner mit Migrationshintergrund einen braven deutschen Pesnionaer und ehemaligen Beamten, einen Lehrer zudem, attackiert und schwer verletzt. In Duesseldorf war das ermordete Opfer nur ein Loser, ein Parkbanktrinker und die Taeter zwei junge Deutsche.

Zwei interessante Theorien, die durchaus stichhaltig sind. Ob sie aber wirklich die Erklärung sind?

Die Tatsache, dass das Opfer "nur ein Loser" war, scheint mir weniger bedeutsam zu sein. Immerhin hat Will ja eine bewegte Vergangenheit, die die Beschäftigung mit seinem Fall für die Presse durchaus interessant werden lässt - das hat ja elfkingsdaughter mit ihrem eigenen Beitrag durchaus nachweisen können. Vor allem, als der Fall noch nicht geklärt schien, hätte man mit Spekulationen über einen möglichen politischen Hintergrund ("Wollte Will Details aus der Vergangenheit veröffentlichen?") durchaus auch auf dem Boulevard weiter anheizen können.

Die zweite Theorie wiegt schon schwerer. Sicherlich kann man mit ausländischen Straftätern an manchen Stammtischen leichter punkten als mit Deutschen - aber es waren ja dennoch Heranwachsende, die da den Mord begangen haben, insofern würde die Tat zwar nicht das Stammtischthema "Ausländer", aber doch das Stammtischtheme "kriminelle Jugendliche" bedienen. Auch diese Begründung scheint mir nicht auszureichen.

Ich würde einen Begründungskomplex wählen, einen durchaus politischen noch dazu. Denn es war im Münchner Fall ja nicht allein die Presse, die die wochenlange Berichterstattung betrieben hat - das Thema wurde damals durch eine ständige Rückkopplung von Medien, Politik und öffentlicher Diskussion am Leben erhalten. Ein Großteil der Medien sprang erst auf, als die Politik das Thema bereits für sich entdeckt hatte. Vor allem das ist diesmal nicht der Fall. Warum nicht?

Erstens: Es ist kein akuter Wahlkampf, vor allem nicht in NRW. Jetzt schnelle Punkte mit eiligen Äußerungen zu machen, ist kaum möglich.

Zweitens: Für die Union ist das Thema aufgrund der Nationalität der Täter schlecht geeignet, weil es ihrer (impliziten) Argumentation, man könne die Jugendgewalt vor allem durch das schnelle Abschieben ausländischer Straftäter senken, entgegenwirkt.

Drittens: Die NRW-Regierung müsste sich fragen lassen, ob sie nicht mit dafür verantwortlich ist, wenn so etwas passiert. Die Kürzungen bei der Finanzierung der Polizei würden in Frage gestellt; das besonders, weil ja auch der Fall der toten älteren Dame aus der Trinkerszene ("Tante Inge") möglicherweise vorschnell als ein Unfall abgeschlossen wurde - und sich nun möglicherweise noch als ein unbemerkter Mord herausstellen könnte.

Viertens: Die NRW-Opposition hat kein Interesse an einer Diskussion, weil jedes Aufkommen einer Debatte über Jugendgewalt und Kriminalität im Allgemeinen für gewöhnlich nur der Union nützt. Besonders, da einer der Täter derzeit "auf Bewährung" war, dieses Thema sich also wieder für Forderungen nach härteren Strafen nutzen lassen könnte.

Fünftens: Das Interesse der SPD dürfte auch durch die Tatsache eingeschränkt sein, dass eine Beleuchtung des Lebenslaufes des Opfers ihnen möglicherweise sogar schaden könnte. In der Partei der Solidarität wird ein früherer prominenter, aktiver Genosse nach Ende seiner Arbeit für die Partei nach und nach völlig vergessen, selbst frühere enge Mitarbeiter nehmen kaum Notiz davon, dass Hans-Joachim Will sozial abrutscht und als Trinker im Park endet - das sieht nicht sehr gut aus.

Somit hat also keine politische Richtung die Sicherheit, aus einer einmal angestoßenen Diskussion mehr Vorteile als Nachteile erlangen zu können. Sie passt einfach nicht ins Konzept, also schweigt man sie lieber tot - und hält die Presse mit anderen Diskussionen in Atem. Traurig, aber so scheint es nun einmal zu sein.

Vielleicht kann eine weitere intensive Diskussion in der Blogosphäre das noch ändern - wert wäre es das Thema jedenfalls, dass sich die Öffentlichkeit damit beschäftigt. Sich fragt, was man gegen das Abrutschen junger Leute in die Kriminalität wirklich tun kann. Diskutiert, was man unternehmen kann, wenn der einst hochgeschätzte Kollege nach und nach in Alkohol und Einsamkeit versinkt. Zum Thema macht, wie man auch die Sicherheit der Schwachen in der Gesellschaft wirklich verbessern kann, anstatt immer nur dem Terrorismusgespenst nachzulaufen. Und einmal thematisiert - dafür bin ich elfkingsdaughter dankbar - warum ihre täglichen politischen und gesellschaftlichen Gespräche so stark von der Agenda der Parteien und politischen Klasse bestimmt werden.

Vielleicht.

09. 08. 2008

Empfehlung VIII

Abgelegt als: Personen, Blogosphäre, Kriminalität - freiburgerthesen @ 9:52

Eigentlich wollte ich ein paar Zeilen zum Opfer des Verbrechens schreiben, dessen Tätern Udo Vetter nachträglich den Rat gibt, sie hätten besser die Klappe gehalten. Ein brutales Verbrechen, sicher, und es wird wohl wieder einen Aufschwung in der Diskussion zur Jugendgewalt erzeugen, da die beiden Täter lange bekannte Intensivtäter waren und hier mit einem Mord ihre kriminelle Karriere gekrönt haben. Interessant finde ich aber an diesem Fall vor allem die Lebensgeschichte des Opfers, das einen Aufstieg in die Höhe der Gesellschaft geschafft hat und dann Stück für Stück bis ganz nach Unten durchgereicht wurde.

Bei der Recherche stolperte ich aber über diesen Blogeintrag einer Bloggerin, die selbst in Düsseldorf lebt und studiert hat. Sie hat eine beachtliche Recherche betrieben und einen hervorragenden Beitrag verfasst, der nachdenklich stimmt. Sehr lesenswert.

28. 07. 2008

“Nie ein Auto klauen”

Abgelegt als: Steuern, Kriminalität - freiburgerthesen @ 8:03

Vorab: Bitte keine Missverständnisse. Ich bin der Auffassung, dass unser Steuersystem entsetzlich ist. Steuern in Deutschland sind entsetzlich hoch, entsetzlich kompliziert und entsetzlich ungerecht. Aber den Mist, den mancher in diesem Zusammenhang verzapft, finde ich nur schwer erträglich.

Beispielsweise Professor Marco Becht im Interview mit SpOn. Er findet es bemerkenswert, so Becht, dass "Leute, die nie ein Auto stehlen würden", dann "beim Abendessen über die besten Methoden zur Steuerhinterziehung" plaudern, so, "als wäre es das Normalste der Welt". Ein grandioser Vergleich; offensichtlich ist sich Herr Becht nicht darüber im Klaren, wie groß der Unterschied in Aufwand, Schwierigkeit, Risiko und möglichem Gewinn zwischen diesen beiden Vergehen ist. Vom sozialen Aspekt mal ganz abgesehen - Autodiebe werden sozial ausgegrenzt, besonders geschickten Steuerbetrügern in privatim sogar noch applaudiert. Was doch eher einen moralischen Verfall, ein Verschwinden des Unrechtsbewusstseins, annehmen lässt als das nicht genauer definierte "Systemversagen", dem Becht nebulös die Schuld am Massenphänomen Steuerhinterziehung zuschiebt.

17. 07. 2008

Skandal: Der Papst ist katholisch!

Abgelegt als: Kriminalität, Sport - freiburgerthesen @ 21:48

Und bei der Tour de France wird in diesem Jahr wieder gedopt. Surprise, surprise!

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