24. 07. 2008

Ähnlich

Abgelegt als: Ausland, Religion - freiburgerthesen @ 11:03

Irgendwie erinnert mich der Hype um Barack Obama stark an die Papst-Hysterie: Man ist begeistert von einem Typen, über den man eigentlich nichts weiß, dessen Programm man nicht wirklich kennt, nur weil er… ja, was eigentlich? Anders ist? Neu ist? Was soll die Begeisterung?

Gut, ich finde Obama klasse, weil sich viele seiner Vorstellungen mit den meinen decken. Wobei ich nicht dem Irrtum vieler hiesiger Sozialdemokraten unterliege, er sei ein solcher. US-liberal, ja, aber das ist immer noch nicht wirklich "links", kein "demokratischer Sozialismus". Es steckt immer noch viel Marktwirtschaft in einem wie Obama, viel Religion, viel "American Values". Sonst wäre er auch nicht da, wo er jetzt ist.

Ob er allerdings Präsident wird, da habe ich so meine Zweifel.

18. 07. 2008

Time for some campaigning

Abgelegt als: Parteien, Personen, Ausland - freiburgerthesen @ 17:56

Zum Schreien komisch:



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via Robert Hesse

09. 07. 2008

El Dorado?

Abgelegt als: Ausland, Wirtschaft - freiburgerthesen @ 9:39

Sieht wohl so aus, als habe das El Dorado deutscher Unternehmer doch so seine Nachteile. Sicher, es ist schon klasse, seine Produktion in eine Diktatur zu verlegen. Man spart Unsummen für in Deutschland übliche, aber aus Unternehmersicht sinnlose Dinge wie Arbeitsschutz, Sozialversicherungen, Mitbestimmung und Kinder, die Bildung bekommen, statt in Fabriken zu schuften. Nur so etwas wie Rechtssicherheit wäre schön. Und eine Regierung, gegen deren Entscheidungen man klagen kann, wenn sie einem für drei Monate die Produktion stillegt, weil sie vor dem Ausland gut aussehen will. Aber in einer Diktatur bekommt man eben nichts von alledem.

Wenn jedenfalls eine der Firmen, die in diesem Beitrag genannt werden, an ihrem China-Investment kaputt geht, werde ich ihr jedenfalls keine Träne nachweinen.

16. 05. 2008

Genialer Schachzug

Abgelegt als: Ausland - freiburgerthesen @ 18:36

Und da haben doch alle geglaubt, Obamas Fähigkeiten zu Manipulation und eigentlich gemeinen Tricks würden nicht ausreichen, um Hillary zu schlagen. Falsch gedacht. Die Terminierung des gemeinsamen Wahlkampfauftritts mit John Edwards war einfach perfekt. Hätte er West Virginia überraschend gewonnen, wäre das das endgültige aus für Ms. Clinton geworden. Und so? Stiehlt es ihr den Triumph. Toll gemacht.

10. 04. 2008

Menschenleer

Abgelegt als: Ausland - freiburgerthesen @ 7:27

Nach dem Entzünden der Fackel waren die Läufer heimlich per Bus in einen anderen Stadtteil, weitab von der geplanten Strecke, gebracht worden. Dort setzten sie ihren Lauf durch die Stadt unter starkem Polizeischutz ohne große Zwischenfälle in meist menschenleeren Straßen fort.

Na, wenn man das so liest, da hätte man den Fackellauf aber auch gleich ganz absagen können. Ein Lauf, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, während diejenigen, die ihn eigentlich sehen wollten, sinnlos irgendwo herumstehen: Wozu soll der denn noch gut sein?

Die chinesischen Medien bezeichneten den Lauf als Erfolg und lobten die in letzter Minute erfolgten Routenänderung als clevere Strategie, um die Pläne der "tibetischen Separatisten" zu durchkreuzen.

Sicher, was sollen die denn auch sonst sagen? Eine ehrliche Antwort wäre gewesen: "Es ist wirklich sehr peinlich, dass wir den Fackellauf jetzt ohne Zuschauer veranstalten, und die tibetischen Protestaktionen haben größtenteils Erfolg gehabt". Eine solche Antwort wird man von Chinesen aber niemals bekommen. Die müssen schließlich ihr Gesicht wahren. So eine pompöse Zeremonie ohne Zuschauer, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, das passt ja auch zur chinesischen Diktatur.

So ähnlich wird jetzt wohl auch die gesamte Olympia-Geschichte ablaufen. Die Chinesen inszenieren sich großartig, was ihnen aber leider nur das eigene Volk glauben wird. Weil es keine anderen Möglichkeiten haben wird, sich zu informieren. Der Rest der Welt wird immer wieder auf das Thema Tibet aufmerksam gemacht. Und ändern wird sich nichts.

23. 03. 2008

Mehr Recherche, bitte!

Abgelegt als: Blogosphäre, Ausland - freiburgerthesen @ 10:53

Der Kollege da drüben hätte vielleicht mal etwas recherchieren sollen, bevor er schreibt. Auch ein vielleicht über Jahre gepflegtes und immer wieder bestätigtes Vorurteil bleibt ein Vorurteil. Der Ostermarsch in Stuttgart hatte sogar als Hauptfokus Tibet, viele andere Ostermärsche beschäftigten sich mit diesem Konflikt.

Wohl doch nicht alles Kommunisten. Obwohl die auf Ostermärschen traditionell zahlreich vertreten sind. 

16. 03. 2008

Erkenn’ sie am Geruch

Abgelegt als: Blogosphäre, Ausland - freiburgerthesen @ 15:33

Manchmal ist es ja interessant, Leute daran zu beurteilen, wen sie in ausländischen Wahlen so befürworten oder bekämpfen.

Oliver Luksic ist so ein Thema. Er hat bei der letzten französischen Wahl (und da war er ja an der Quelle) energisch für Sarkozy gekämpft. Was sagt uns das? Dass der Vorsitzende der Saar-Julis für einen Typen ist, der sich gern von Millionären einladen lässt, der Andersdenkende gern von der Straße "kärchern" will, der nach kurzer Zeit als ein Schreihals ohne wirkliches Programm oder echte Überzeugungen enttarnt ist (selbst Zettel war für Bayrou, und der ist mehr Konservativ als Liberal).

Wenn man aber nun nach Amerika schaut, dann entblößen sich solche Typen vollkommen. Ganz ehrlich: Das ganze Land USA ist liberaler, als es Deutschland jemals sein wird. Aus der Sicht jeder echten Liberalen müsste die Entscheidung zwischen Demokraten oder Republikanern also eine sein, bei der man relativ locker daneben stehen und gelegentliche Kommentare geben könnte. Wenn dann aber ein "Liberaler" meint, bei einem der üblichen "Skandale" des amerikanischen Wahlkampfes die Welle machen zu müssen (weil er prinzipiell für den konservativen Kandidaten ist), dann muss man sich schon wundern.

Es ist doch ganz einfach: Luksic ist ein Marktradikaler, dem bürgerliche Freiheiten völlig egal sind. Gleichberechtigung? Wirkliche Chancen für Unterprivilegierte? Wen interessiert das? Oliver Luksic studiert an der Sorbonne, er gehört zu denjenigen, die immer privilegiert sein werden - die Diskussion, die wir Unterprivilegierten betreiben, ist so jemanden doch völlig egal.

Und nennt sich noch "Liberal". Pfui.

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