11. 07. 2008

Manöverkritik II: Maybrit Illner, 10. Juli 2008

Abgelegt als: Personen, Medien, Energie - freiburgerthesen @ 11:06

Die gestrige Sendung beschäftigte sich mit der Frage der Kernenergie und war sehr stark von der Präsentation von Fakten beherrscht, was sie sicherlich interessanter machte als die meisten Sendungen dieser Art.

Moderatorin:

Maybrit Illner: Wie immer machtlos, wenn Gäste jenseits aller Höflichkeit agieren, aber mit guten Fragen und einer sinnvollen Gesprächsführung. Auflockerung durch Spezialgast im Publikum misslang wie immer, weil Frau Illner wieder einmal nur einen bestimmten Satz herauskitzeln wollte und das Gespräch dadurch zerstörte. (3+)

Gäste:

Jürgen Trittin: Gewohnt rhetorisch stark und faktensicher, von geringerer sprachlicher Schärfe und mit weniger persönlichen Attacken als früher, dafür aber unhöflich und aufgesetzt dominant wie eh und je. Guter Motivator für die, die bereits seiner Meinung sind - relativ ungeeignet, um schwankende Geister zu überzeugen. (2-)

Erhard Eppler: Vernünftig und ausgleichend, dabei aber gelegentlich predigend. Zu höflich, um neben einem kämpferischen Trittin eine mäßigende Stimme des Kompromisses darstellen zu können. Versteht leider nicht wie andere erfahrene Politiker, die Würde seines Alters entsprechend zu nutzen. (3)

Michael Glos: Faktensicher und argumentativ stark, aber rhetorisch sehr schwach. Redet einschläfernd und vermittelt leider immer den Eindruck eines dümmlichen Bauern, was die Wirkung seiner zweifelsohne vorhandenen Intelligenz verpuffen lässt. Für seine Verhältnisse aber ein starker Auftritt. (3)

Ursula Sladek: Gut vorbereitet, aber gelegentlich unsachlich. Wenig telegen, unsaubere Aussprache und zu offensichtliches Triumphieren, wenn sie mal gepunktet hat. Aus ihren Informationen und ihren Argumentationen hätte man mehr machen können. (4)

Walter Hohlefelder: Ebenfalls inhaltlich stark, versteht aber nicht so gut wie die anderen, Emotionen zu nutzen. Für seine Klientel sicherlich sehr überzeugend, allerdings ist das Ambiente des Spitzenmanagers so stark, dass es "kleine Leute" eher abschreckt. Wusste keine Entgegnung auf den Vorwurf, dass die Konzerne sich bereicherten; hier hätte man wohl mit rhetorischen Tricks oder kleinen Attacken antworten müssen, die er aber nicht so gut beherrscht. (4+)

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