Symbole
Wenn man sich eine Hauptstadt aussucht, die eine lange und auch weltpolitisch bedeutende Geschichte hat, dann hat das Konsequenzen. So gibt es in diesen Tagen ja gleich zwei Streitigkeiten um die Nutzung historischer Stätten.
Zur einen, der Diskussion darüber nämlich, ob man Barack Obama die Gelegenheit geben sollte, während seines Deutschlandbesuches vor dem Brandenburger Tor zu sprechen, sagt Andreas Kilb auf FAZ.net eigentlich alles, was es zu sagen gibt. Sicherlich sollte man jedem, der es wünscht, die Gelegenheit geben, auf dem Pariser Platz aufzutreten - aber es sollte fair ablaufen. Auch John McCain sollte also Gelegenheit haben, diese Kulisse für einen Auftritt zu nutzen. Wobei man wissen sollte, dass es für ihn sicherlich nicht so nützlich wäre wie für Obama, der ein Experte für solche Inszenierungen ist.
Die zweite Diskussion um das öffentliche Gelöbnis vor dem Reichstag ist wohl beigelegt; das Verteidigungsministerium hat einen Rückzieher gemacht und lässt nun doch am Bendlerblock vereidigen. Was sehr schade ist, denn eine Parlamentsarmee findet sicher keinen geeigneteren Ort für ihre öffentlichen Gelöbnisse als den Platz vor dem Parlament. Andererseits aber kann man auch die Gründe für die Ablehnung durch die Verwaltung nachvollziehen; wenn ein ganzes Stadtviertel abgeriegelt werden soll, ist das sicherlich unangemessen. Zumal die Sicherheitsvorstellungen des Verteidigungsministeriums aus einem öffentlichen Gelöbnis ja ohnehin ein nichtöffentliches machen. Was an und für sich schon nicht gut ist.


